Die Gebote bzw. Die acht „Mir wär’s wirklich lieber Du würdest nicht…“

SEINE acht Bitten

1.Es wäre mir irgendwie lieber, wenn du es sein ließest, dich wie ein oberheiliger Heuchler aufzuspielen, wenn du meine nudlige Güte beschreibst. Wenn irgendwelche Leute nicht an mich glauben, ist das echt okay. Ich bin nicht so eitel. Außerdem: Es geht nicht um diese, also weich nicht vom Thema ab.

2. Es wäre mir irgendwie lieber, wenn du es sein ließest, meine Existenz als Mittel zu benutzen, zu unterdrücken, jemanden zu deckeln, zu bestrafen, fertigzumachen, und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer. Und Reinheit ist was für Trinkwasser, nicht für Menschen.

3.Es wäre mir irgendwie lieber, du ließest es sein, Leute wegen ihres Aussehens zu beurteilen oder was für Klamotten sie anziehen, oder wie sie reden. Seid einfach nett zueinander, okay? Oh, und kriegt das endlich mal in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Klar? Klar. Das eine ist nicht besser als das andere, solange wir nicht über Mode reden. Tut mir leid, aber ich hab das den Frauen überlassen und einigen Kerlen, die den Unterschied zwischen Veilchenblau und Violett kennen.

4. Es wäre mir irgendwie lieber, du würdest es sein lassen, dich in Sachen zu verstricken, die dir peinlich sein müssten oder du tust sie mit einem einwilligenden verantwortlichen Partner legalen Alters und entsprechender geistiger Reife. Für jeden, der jetzt Einspruch erheben sollte, denke ich, ist der passende Ausdruck: Hau ab und fick dich selbst, es sei denn, die Person fände das anstößig. In dem Fall können sie den Fernseher mal ausschalten und spazierengehen.

5. Es wäre mir irgendwie lieber, du würdest dich nicht mit den scheinheiligen frauenfeindlichen hasserfüllten Ideen anderer konfrontieren, jedenfalls nicht auf leeren Magen. Iss, trink, dann schnapp dir den Bastard.

6. Es wäre mir irgendwie lieber, du würdest es sein lassen, mir
Multimillionendollar-Kirchen, Moscheen, Tempel, Schreine für meine Nudlige Göttlichkeit zu bauen, wenn das Geld besser verwendet werden könnte, um (such dir was aus):
a) Armut zu beenden
b) Krankheiten zu heilen.
c) In Frieden zu leben, mit Leidenschaft zu lieben und die Kosten von Kabelfernsehen zu senken.
Mag ja sein, dass ich ein komplexes allwissendes Kohlenwasserstoffwesen bin, aber ich mag die einfachen Dinge im Leben. Ich muss es wissen, ich bin der Schöpfer.

7. Es wäre mir irgendwie lieber, du würdest nicht rumgehen und Leuten erzählen, ich würde zu dir sprechen. Du bist nicht SO interessant. Nimm dich mal zurück. Und ich sagte dir bereits, dass du deinen Nächsten lieben sollst. Muss ich alles zweimal sagen?

8. Es wäre mir irgendwie lieber, wenn du anderen nicht antust, was sie auch dir nicht antun sollen sofern ihr auf Sachen steht, in denen, ähm, eine Menge Leder, Gleitcreme und Las Vegas eine Rolle spielen. Sollte die andere Person auch darauf abfahren, dann macht es, siehe auch Punkt 4, macht Fortos und, bei der Liebe Mikes, benutzt KONDOME! Hätte ich nicht gewollt, dass es sich gut anfühlt, dann hätte ich Stacheln oder so drangebastelt.

10 Angebote des evolutionären Humanismus

  1. Diene keinen Göttern, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern! Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die auf die Existenz von Göttern schließen lassen. Im Gegenteil: Viel deutet darauf hin, dass Götter Vorstellungen unserer Fantasie sind. Unsere Gehirne sind zu wundervollen kreativen Leistungen in der Lage, aber auch, diese als solche zu erkennen. Wer Kunst, Philosophie und Wissenschaft besitzt, braucht keine Religion!

 

  1. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten! Du wirst nicht alle Menschen lieben können, aber du solltest respektieren, dass jeder Mensch – auch der von dir ungeliebte! – das Recht hat, seine individuellen Vorstellungen von „gutem Leben (und Sterben) im Diesseits“ zu verwirklichen, sofern er dadurch nicht gegen die gleichberechtigten Interessen Anderer verstößt.

 

  1. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Bedenke, dass die Stärke eines Arguments völlig unabhängig davon ist, wer es äußert. Entscheidend für den Wahrheitswert einer Aussage ist allein, ob sie logisch widerspruchsfrei ist und unseren realen Erfahrungen in der Welt entspricht. Wenn heute noch jemand mit „Gott an seiner Seite“ argumentiert, sollte das keine Ehrfurcht, sondern allenfalls ein Schmunzeln auslösen.

 

  1. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, morden – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen! Wer in der Nazidiktatur nicht log, sondern der Gestapo treuherzig den Aufenthaltsort jüdischer Familien verriet, verhielt sich im höchsten Maße unethisch – im Gegensatz zu jenen, die Hitler durch Attentate beseitigen wollten, um Millionen von Menschenleben zu retten. Ethisches Handeln bedeutet keineswegs, blind irgendwelchen moralischen Geboten oder Verboten zu folgen, sondern in der jeweiligen Situation abzuwägen, mit welchen positiven und negativen Konsequenzen eine Entscheidung verbunden wäre.

 

  1. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Lerne stattdessen, ethisch zu denken und zu handeln, und fordere dies auch von anderen ein! Es gibt in der Welt nicht „das Gute“ und „das Böse“, sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.

 

  1. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest. Durch solche Kritik hast du nicht mehr zu verlieren als deine Irrtümer, von denen du dich besser heute als morgen verabschiedest. Kritikfähigkeit ist in einer modernen, sich im steten Wandel begriffenen Gesellschaft eine sehr wertvolle Eigenschaft.

 

  1. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Begründeter Zweifel kann zu neuen Erkenntnissen führen. Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.

 

  1. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst! Du verfügst als Mensch über ein außerordentlich lernfähiges Gehirn, lass es nicht verkümmern! Achte darauf, dass du in Fragen der Ethik und der Weltanschauung die gleichen rationalen Prinzipien anwendest, die du beherrschen musst, um ein Handy oder einen Computer bedienen zu können. Eine Menschheit, die das Atom spaltet und über Satelliten kommuniziert, muss die dafür notwendige Reife besitzen.

 

  1. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben! Sei dir deiner und unser aller Endlichkeit bewusst, verdränge sie nicht, sondern „nutze den Tag“ (Carpe diem)! Gerade die Endlichkeit des individuellen Lebens macht es so ungeheuer kostbar! Lass dir von niemandem einreden, es sei eine Schande, glücklich zu sein!

 

  1. Werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz. Es scheint so, dass Altruisten die cleveren Egoisten sind, da die größte Erfüllung unseres Eigennutzes in der Kooperation mit Anderen liegt. Wenn du stets zeigst, dass dir das Wohl deiner Mitmenschen am Herzen liegt, wird dich das glücklicher machen, als es jeder erdenkliche Besitz könnte.
leicht geändert aus
Michael Schmidt-Salomon „Manifest des evolutionären Humansimus“
ISBN-10: 3865690114
übernommen aus http://www.pastafari.eu/

Seperating yourself

“When you call yourself an Indian or a Muslim or a Christian or a European, or anything else, you are being violent. Do you see why it is violent? Because you are separating yourself from the rest of mankind. When you separate yourself by belief, by nationality, by tradition, it breeds violence. So a man who is seeking to understand violence does not belong to any country, to any religion, to any political party or partial system; he is concerned with the total understanding of mankind.”

Jiddu Krishnamurti

Martin Niemöller

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller
deutscher evangelischer Theologe
* 14.01.1892, † 06.03.1984

Die Maßnahmen

Die Faulen werden geschlachtet,
die Welt wird fleißig.

Die Häßlichen werden geschlachtet,
die Welt wird schön.

Die Narren werden geschlachtet.
die Welt wird weise.

Die Kranken werden geschlachtet,
die Welt wird gesund.

Die Alten werden geschlachtet,
die Welt wird jung.

Die Traurigen werden geschlachtet,
die Welt wird lustig.

Die Feinde werden geschlachtet,
die Welt wird freundlich.

Die Bösen werden geschlachtet,
die Welt wird gut.

aus: Erich Fried: gesammelte Werke. Bd. 1.
Wagenbach Verlag. München 1993, S. 565. © Claassen.

Gier

Schön und langsam.
Schön wie ein zerstörerischer Engel.

Wie kann etwas so Schönes so Böse sein?
Aber kein Engel ist so Zerstörerisch wie die Gier.

Sie erwischt sie am Ende alle.

Sie denken, sie hätten sie im Griff.
Aber die Gier ist die einzige Schlange, die nicht betört werden kann.

Am Ende packt sie alle die Gier.

 

* aus dem Film „Revolver“ (Guy Ritchie 2005)

Ideen

Man sagt uns, wir sollen der Idee gedenken und nicht des Mannes.
Denn ein Mensch kann versagen, er kann gefangen werden, er kann
getötet und vergessen werden.
Aber 400 Jahre später kann eine Idee immer noch die Welt verändern.

Wir haben die Macht der Ideen aus erster Hand erfahren.
Wir haben gesehen, wie Menschen in ihren Namen umgebracht wurden,
und dabei starben, sie zu verteidigen.

Aber man kann eine Idee nicht küssen.
Man kann sie nicht berühren oder umarmen.
Ideen bluten nicht, sie fühlen keinen schmerz und sie leben nicht.

 

* aus V wie Vendetta

Anleitung: Ein guter kleiner Faschist

„Wie werde ich zum kleinen Faschisten?“ Diese Frage werden sich wohl schon viele in der Weltgeschichte gefragt haben. Nun endlich kommt mit dieser Anleitung eine Hilfe, die es in sich hat.

Du wirst erkennen, dass man sich keine Glatzen schneiden und Springerstiefel tragen muss oder gar ganze Diktaturen aufstellen und Nationen unterwerfen muss, um ein guter kleiner Faschist zu sein.

 

Punkt 1: Sei ein Patriot!

Als erstes solltest du eine Riesenportion Patriotismus in dir tragen. Nein, wir reden hier nicht von der normalen und gesunden Wertschätzung der eigenen Nation. Dieser Patriotismus sollte weit darüber hinausgehen. Es sollte wie die Liebe zweier Teenager sein: mit modischen, aber rosaroten Brillen. Weiterhin sollte deine Vaterlandsverehrung soweit gehen, dass du nicht nur dafür sterben, sondern auch einem anderen Menschen das Leben nehmen, seinen Partner zum Witwen und seine Kinder zu Waisen machen würdest. Zudem solltest du von deiner eigenen Nation so überzeugt sein, dass du ohne rot zu werden behaupten kannst, die besten auf dieser Welt zu sein. Nein, nicht nur die besten, sondern sogar DAS auserwählte Volk zu sein. Das haben schon fast alle Nationen erfolgreich von sich behauptet. Aber mach nicht den Anfängerfehler und behaupte, wie doof alle anderen Nationen sind. Das wäre zu offensichtlich und jeder würde erkennen, was du versuchst zu sein. Sollten dir andere mit demografischen Zahlen oder anderen Tatsachen kommen, diffamiere sie einfach mit Begriffen wie „Vaterlandsverräter“, „Ehrloser“, „Terrorist“ o.ä.

Du wirst staunen über den Erfolg dieser Diffamierung, denn es wird regen Zuspruch finden. Da erkennst du das erste Mal: DU BIST NICHT ALLEIN!

Das sind zwar schon gute Voraussetzungen, aber um ein guter kleiner Faschist zu sein, bedarf es etwas mehr.

 

Punkt 2: Mystifiziere deine Herkunft!

Um auch überzeugend das auserwählte Volk darzustellen musst du dich und dein Volk über die der anderen hinausheben. Ohne mystische Ereignisse in der Geschichte deiner Nation wird’s schwer ein guter kleiner Faschist zu sein. Dazu kann man wahllos Tiersymbole wie Adler, Wolf, Bär etc verwenden. Nur keine Fluchttiere wie Hirsch, Hase oder Schaf verwenden. Gemixt mit sehr unwahrscheinlichen Ereignissen und vermeintlichen Beweisen ist eine mystische Herkunft schnell geschaffen.

 

Punkt 3: Hasse deine Feinde inbrünstig!

Sei nicht so wählerisch, was deine Feinde betrifft. Hinter jedem kann der Feind stecken, also lieber tausende zuviel hassen, als auch nur einen entwischen zu lassen. Deine Feinde sind keine Menschen, das sind nicht einmal Tiere. Deine Feinde sind die Ausgeburt der Hölle. Beweise brauchst du keine, denn die Medien zeigen und beweisen dir täglich, wer der Feind ist. Wenn du über deine Feinde sprichst, solltest du nach Möglichkeit Schaum vor dem Mund kriegen, so klingst du überzeugender. Du solltest nicht zögern, jedem deiner Feinde den Tod zu wünschen. Verbreite überall deine Hassbotschaften. Zeige allen unwissenden, wie gemein, hinterhältig, kindermordend und blutgierig deine Feinde sind und warum man sie auf der Stelle töten sollte.

 

Punkt 4: Gehe mit Kritik um wie eine Abreisglocke mit einer Mauer.

Auf jegliche Kritik gibt es ein gutes Mittel: Beschimpfungen aller Art zeigen deinem Gegner seine Grenzen. Sie helfen deinem Gegner, deine Kompetenz in Sachen Argumentation zu verstehen und verängstigt zurückzuweichen. Teilweise kannst du die Beschimpfungen mit Bedrohungen füllen – aber sei vorsichtig und handle dir keine Klage ein. Stattdessen kannst du auch dazu übergehen, bei Kritik scheinbar willkürlich Nationalgesänge anzustimmen und Flaggen zu hissen. Sollte dies nicht möglich sein, weil du deinen Faschismus an der Tastatur, versteckt hinter deinem PC betreibst, dann lade willkürlich Bilder und Videos hoch, um deinen Gegner zu zermürben. Da du ja nicht alleine bist, werden viele deiner Mitstreiter einstimmen. Gemeinsam ist man stark. Ein bisschen Herdenwärme spüren ist ja auch ganz nett.

Wenn du die letzten vier Punkte umsetzen willst, ohne sofort auf Widerstand und Gegenwind zu stoßen, dann beachte den letzten Punkt:

 

Punkt 5: Sei das Schaf!

Als Wolf fällt man in einer Schafsherde auf. Also besorge dir ein Schafskostüm, in dem du den Glauben nutzt. Zeige allen, wie gläubig du bist, nutze jede Gelegenheit um auf die Wahrheiten deiner Religion hinzuweisen. Wer gottesfürchtig ist, kann niemandem, der es nicht verdient, etwas Böses tun oder?